Katz und Maus

Rezeption

Schon Die Blechtrommel war ein echter Skandalroman und Günter Grass bereits ein berühmter Mann. Als 1961 Katz und Maus erscheint, wird zwar auch der „künstlerische Rang des Werkes [...] gepriesen“ (Hasselbachg, 1990: 7), allerdings werden gleichzeitig heftige „Zweifel an der moralischen Substanz und dichterischen Verantwortlichkeit des Autors“ (ebd.) laut. Hasselbach zitiert die Titel einiger Rezensionen um die Ablehnung zu demonstrieren. Darunter finden sich Titel wie „Eine respektlose Novelle“, “Verdient unsere Zeit diesen Bestseller?“ oder „Nur mit der Zange anzufassen“ (ebd., 115).

Im Internet findet sich immer wieder die Behauptung, Katz und Maus wäre (vor allem wegen der Onanie-Szene im dritten Kapitel) beinahe auf dem Index gelandet, allerdings gibt es für diese Behauptung keine Beweise. Dennoch passen diese Gerüchte durchaus zur “Skandalnovelle”, als die sie vor allem auf Seiten konservativer Katholiken und alter Nazis (ebd., 7) wahrgenommen wurde.

Die vielfältigen Anspielungen auf Die Blechtrommel ließen Katz und Maus bald als Teil eines größeren Werkes erscheinen. Dieser Eindruck wurde dadurch verschärft, dass Grass' nächster Roman Hundejahre wieder intertextuelle Bezüge aufweist (siehe Kapitel Das Werk). Katz und Maus wurde dann vom amerikanischen Literaturwissenschaftler John Reddick in die sogenannte Danziger Trilogie eingeordnet (Hall, 2009: 67).

Neueren Literaturwissenschaftlern wie Neuhaus gilt Katz und Maus als erste postmoderne Novelle. Die Novelle erhält also literaturhistorische Weihen und darf als ein bedeutendes Werk eines der bedeutendsten deutschen Schriftsteller gelten.

Veröffentlicht am 16. September 2022. Zuletzt aktualisiert am 21. September 2022.