Der blonde Eckbert

Aufbau des Werkes

»Der blonde Eckbert« gehört als Märchen zu den kleinen Formen der Epik. Es ist durchgängig erzählt und hat keinerlei formale Gliederungsabschnitte, wie z. B. verschiedene Bücher, Kapitel oder Unterkapitel. Typographisch erscheint alles wie aus einem Guss. Die Unterscheidung zwischen Rahmen- und Binnenhandlung findet allein auf inhaltlicher Ebene statt und ist äußerlich nicht markiert. 

Die Rahmenhandlung reicht von Absatz 1–7, wird gefolgt von der Binnenhandlung in Absatz 8–47 und wieder aufgenommen in Absatz 48. Von dort zieht sich der zweite Teil des Rahmens bis zum Ende des Märchens.

Auffällige Zäsuren innerhalb des Fließtextes sind die insgesamt drei Strophen des Liedes »Waldeinsamkeit« in drei unterschiedlichen Fassungen. Sie finden sich in den Absätzen 21, 45 und 68.

Inhaltlich führt die Rahmenhandlung in die Gegenwart des erwachsenen Paares Ritter Eckbert und seiner Frau Bertha, die im Mittelalter auf einer Burg im Harz leben. Als Bertha Eckberts Freund Phillip Walther die Geschichte ihrer Kindheit und Jugend erzählt, beginnt die Binnenhandlung: eine Rückblende in Berthas Vergangenheit. Nach Abschluss der Binnenhandlung kehrt die Rahmenhandlung wieder zur Ausgangssituation zurück. Die drei Hauptfiguren sitzen im Kaminzimmer der Burg, wo Bertha ihre Geschichte offenbart hat. Anschließend entwickelt sich der Plot der Rahmenhandlung zeitlich linear weiter. Dargestellt wird zum einen, welche Konsequenzen die Tatsache hat, dass Bertha ihre Lebensgeschichte aufrichtig erzählt hat. Zum anderen geht es aber auch um Konsequenzen aus Berthas früheren Handlungen, die in der Binnenhandlung dargestellt worden sind.

Text von Dr. Susanne Niemuth-Engelmann. Veröffentlicht am 11. Dezember 2022. Zuletzt aktualisiert am 11. Dezember 2022.