Der blonde Eckbert

Absatz 4-7

Zusammenfassung

Im vierten Absatz macht der auktoriale Erzähler einige allgemeine Betrachtungen zum Thema Freundschaft und Vertrauen. Er stellt fest, dass die meisten Freundschaften irgendwann an einen Punkt kommen, an dem einer der Freunde rückhaltlos alles über sich offenbaren möchte, dass diese Offenheit des einen den anderen aber erschrecken und ängstigen kann.

Absatz 5 und 6 beschreiben sodann die Atmosphäre des Herbstabends, an dem Bertha Walther später ihre Lebensgeschichte erzählt. Die drei sitzen gemeinsam um den Kamin, draußen ist es dunkel und nasskalt. Eckbert bietet Walther an, wegen der unwirtlichen Bedingungen bei ihnen zu übernachten, was Walther annimmt. Anschließend wird das Abendessen aufgetragen. Als später die Dienstboten gegangen sind, stellt sich eine behagliche Stimmung am Feuer ein. Gegen Mitternacht bittet Eckbert Walther, sich von Bertha die Geschichte ihrer Jugend erzählen zu lassen, und auch Bertha bittet Walther, sie aufgrund ihrer Offenheit nicht für »zudringlich« zu halten.

Analyse

Mit Absatz 4 wird vorab eine Begründung für den weiteren Verlauf der Handlung gegeben. Eckberts unwiderstehlicher Wunsch, Walther die Lebensgeschichte Berthas erfahren zu lassen, erhält seine Rechtfertigung durch die innige Freundschaft, die ihn mit Walther verbindet.

Die anschließende Beschreibung von Abendessen, gemeinsamem Weintrinken am Kamin, Dunkelheit, Regen, Mondlicht und Wolken vor den Fenstern ist das charakteristische Setting einer unheimlichen Geschichte (nicht nur) des 19. Jahrhunderts. Die gemütliche Atmosphäre im geschützten Innenraum und die behagliche Geselligkeit bilden den Rahmen für die nun folgende Erzählung, deren Inhalt im starken Kontrast dazu steht und alles andere als »gemütlich« ist.

Text von Dr. Susanne Niemuth-Engelmann. Veröffentlicht am 11. Dezember 2022. Zuletzt aktualisiert am 11. Dezember 2022.