Der blonde Eckbert

Rahmenhandlung, Absatz 48–53

Zusammenfassung

Die Binnenhandlung ist an dieser Stelle beendet, und mit der Wiederaufnahme der Rahmenhandlung wechselt die Erzählperspektive wieder von Berthas Ich-Erzählung zu einer auktorialen Erzählhaltung.

Nachdem Bertha Walther ihre Lebensgeschichte erzählt und die Gründe für ihre Heirat mit Eckbert recht nüchtern geschildert hat, beeilt sich ihr Mann, hinzuzufügen, wie sehr er Bertha geliebt habe und wie schön sie damals gewesen sei. Er verschweigt aber auch nicht, dass er durch ihr Vermögen zu Wohlstand gekommen ist.

Bertha schlägt vor, schlafen zu gehen. Bevor Walther sich zurückzieht, bedankt er sich bei ihr für die Erzählung. Er fügt hinzu, wie gut er sie sich im Wald mit dem Vogel und dem Hund vorstellen könne. Dabei erwähnt er den Namen des Hundes, »Strohmian«. Eckbert schläft in dieser Nacht kaum. Er ist auf einmal beunruhigt und bereut, dass Bertha Walther ihre Lebensgeschichte offenbart hat.

Am anderen Morgen ist Bertha krank und kommt nicht herunter, um sich von Walther zu verabschieden. Dieser scheint davon unberührt und verabschiedet sich kühl von Eckbert. Bertha hat inzwischen hohes Fieber.

Analyse

Der Auftakt der Rahmenhandlung markiert einen Wendepunkt im Märchen. Unmittelbar nach dem Ende von Berthas Erzählung wird auch das Ende der Freundschaft mit Walther eingeleitet. Durch seine Bemerkung über den »kleinen Strohmian« zeigt Walther, dass er schon vor diesem Abend etwas über Berthas Vorleben gewusst haben muss. Seine Bemerkung wirkt nicht nur rätselhaft, sondern auch bedrohlich. Statt Walther offen zu fragen, woher er den Namen des Hundes kenne, schweigt Bertha angstvoll und bekennt damit erneut ihre Schuld. Walther kann daran und mehr noch an ihrer Krankheit am folgenden Tag ablesen, dass seine Drohgebärde Wirkung zeigt. Dementsprechend verhält er sich von nun an kühl. Eckberts ursprüngliche Hoffnung, den Freund durch völlige Offenheit noch stärker an sich zu binden, hat sich also als trügerisch erwiesen. Das Gegenteil ist eingetreten, der Freund hat sich distanziert.

Text von Dr. Susanne Niemuth-Engelmann. Veröffentlicht am 11. Dezember 2022. Zuletzt aktualisiert am 11. Dezember 2022.