Der blonde Eckbert

Absatz 39–42

Zusammenfassung

Bertha macht eine Wanderschaft von vielen Tagen, an denen sie immer wieder von ihrem schlechten Gewissen eingeholt wird. So träumt sie bei ihrer Übernachtung in einer Schenke von der Alten, denkt darüber nach, dass der Hund ohne ihre Hilfe verhungern werde, und erinnert sich an ihr Leben in der Hütte, das ihr auf einmal wieder recht schön erscheint.

Unterwegs verkauft Bertha einige Edelsteine und kommt nach ein paar Tagen in einem Dorf an, das sie als das Dorf ihrer Kindheit wiedererkennt. Der Ort ist stark verändert und alles erscheint Bertha viel kleiner als früher. Die Hoffnung, ihre Eltern wiederzusehen und sie mit ihrem Reichtum zu überraschen, erfüllt sie mit großer Freude. Doch in ihrem Elternhaus leben inzwischen Fremde, die ihr mitteilen, dass der Schäfer Martin und seine Frau bereits seit drei Jahren verstorben seien.

Analyse

Obwohl sie bereits auf dem Weg in ein anderes Leben ist, ist Bertha noch immer hin- und hergerissen zwischen Aufbruchsstimmung und Schuldgefühlen. Als sie erfährt, dass ihre Eltern nicht mehr am Leben sind, ist ihre Enttäuschung grenzenlos und sie ist nun der Meinung, dass »alles umsonst« gewesen sei. Dabei verleugnet sie vor sich selbst, dass sie die Edelsteine ja ursprünglich nicht genommen hatte, um ihre Eltern mit dem Erlös zu unterstützen, sondern um sich selbst ein neues Leben in Reichtum aufzubauen (vgl. Erläuterungen zu Zitat Nr. 8). Die Erkenntnis über den Verlust der Eltern bildet eine entscheidende Zäsur, nach der Bertha, nun ernüchtert und reifer, tatsächlich ein neues Leben beginnt.

Text von Dr. Susanne Niemuth-Engelmann. Veröffentlicht am 11. Dezember 2022. Zuletzt aktualisiert am 11. Dezember 2022.